Vogelkojen



Das Wort Vogelkojen klingt nach Geborgenheit, irgend etwas Kuscheliges. Das waren die Vogelkojen für die Seevögel auch, nur der Sinn war ein ganz Anderer. Vogelkojen waren vor allem „Entenfallen“. Mit Hilfe dieser Entenfanganlagen wurden noch bis Anfang diesen Jahrhunderts Hunderttausende von Wildenten aber auch andere Seevögel gefangen. Die Wildenten zogen im Herbst über das Wattenmeer, wurde in die Vogelkojen gelockt und getötet. Ein Vogelkoje lag nicht weit entfernt vom Seedeich und damit für einen fliegenden Vogel gut zu erkennen. Eine Vogelkoje bestand aus einem kleinen angepflanzten Wäldchen. In dem Wäldchen lag ein großer, nahezu rechteckiger Süßwasserteich. An den vier Ecken des Teiches zweigten hornförmig gebogene Kanäle, sogenannte Pfeifen, ab. Nach dem Prinzip einer Fischreuse waren diese Kanäle mit einem Netz überspannt. Am Ende eines Fangarmes befand sich ein Abschlussreuse. Auf dem Teich schwammen zahme, flugunfähige Enten, die die Wildente anlockten. Die Wildenten landeten auf dem Teich und folgten den Lockenten in die „Fangpfeifen“. In den Fangpfeifen Wurden Sie von dem „Kojenwärter“, der sich hinter einer Sichtblende aus Schilf oder Binsen verstecken konnte, aufgescheucht und in Fangkästen oder in eine Reuse getrieben. Damit war das Ende der Wildente besiegelt. Die Ente wurde vor Ort „geringelt“, was so viel bedeutet, es wurde dem Vogel durch Hals umdrehen das Genick gebrochen.

Auf Föhr existierten in der Blütezeit der Vogelkojen sechs Vogelkojen. Damit hatte Föhr zu der Zeit die meisten Vogelkojen auf den nordfriesischen Inseln. Wildenten aus Föhr galten in der Welt als eine Delikatesse. So existierte von 1885 – 1931 auf Föhr eine Wildenten – Konservenfabrik, deren Produkte weltweit an vornehme Hotels verkauft wurden.
Mit aufkommen des Tourismus und der damit verbundenen Bebauung und Lärmbelästigung gingen die Fangerträge der Vogelkojen rapide zurück und der Entenfang wurde aufgegeben. Heute dienen die Vogelkojen den Wildenten als Rückzugsgebiet. Aus einer Vogelfangstätte ist Heute eine Vogelschutzstation geworden.
Urlauber und Tagetouristen können auch Heute noch eine Vogelkoje auf Föhr besichtigen, z.B. die Vogelkoje auf Boldixum. Für sehr wenig Geld erhalten Erwachsene und Kinder in den Monate Mai – Oktober eine persönliche Führung. Sie müssen lediglich vorher telefonisch einen Termin vereinbaren (Tel.: 046 81/33 68).

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